Monate: August 2014

Bericht von Michel Reimon über die Hilfsflüge zu den Jesiden

In unserer schnelllebigen Zeit und dem Hetzen nach immer neuen Nachrichten aus den Krisengebieten bleiben wichtige Berichte oft nicht lange im Focus. Nachfolgender Bericht des grünen EU-Abgeordneten Michel Reimon (Österreich) gehört m.E. zu denjenigen, die uns lange im Gedächtnis bleiben sollten. Gerade solche authentischen Bildern sind notwendig, um uns zu informieren und um Entscheidungen vorzubereiten. Danke an Michel Reimon dafür.

Genähte Bücher und andere Kleinode – der Berliner Kleinstverlag „Katzengraben-Presse“

Aller zwei Jahre kann sich der Buchliebhaber auf die Buchkunstausstellung im Reithaus an der Ilm in Weimar freuen. Hier wird das Buch selbst zum Kunstobjekt. Auch auf der Leipziger Buchmesse gibt es jedes Mal eine besondere Abteilung, die der künstlerischen Buchgestaltung gewidmet ist Präsent ist jedes Mal Christian Ewald mit seiner Katzengraben-Presse, und ein Besuch seines Standes ist mittlerweile meine gute Gewohnheit. Christian Ewald, 1949 in Weimar geboren und dort am Rand der Stadt aufgewachsen, ausgebildeter Schriftsetzer und nach mehreren weiteren Etappen studierter Graphiker in Berlin, verfertigte zunächst in DDR-Zeiten handgeschriebene Bücher. Am 2. Oktober, 23:59 Uhr, wagte er gemeinsam mit Jan Silberschuh den Schritt ins Verlagsleben – 999 Exemplare der „Ostberliner Treppengespräche“ erschienen als definitiv letztes in der DDR verlegtes Buch. Seit dieses Jahr erfreut der Verlag, der seinen Namen übrigens von der Straße, an der er beheimatet ist, in Köpenick erhalten hat, mit einer ganzen Reihe von vorzüglich gestalteten Büchern in einer je 999fachen Auflage, davon 99 Exemplare mit einer Vorzugsgrafik, die Normalausgabe zum Preis – Achtung – von je 98 Euro. Zweimal …

„Ins Arbeitslager!“ – ein Bericht über eine verhinderte Opferehrung im KZ Ravensbrück 1985

Die DDR gilt für viele bis heute als ein konsequent antifaschistischer Staat. Dass dies nur eine einseitige, selektive Sicht ist, haben Menschen, die zu dieser Zeit unabhängig vorgegebener Muster Fragen nach der Vergangenheit stellen und Opfern des Faschismus gedenken wollten, schmerzlich erfahren müssen. Der nachfolgende Bericht von Frauen, die die lesbischen Gefangenen im KZ Ravensbrück ehren wollten, hat mich damals sehr bewegt, den Mut der Frauen bewundere ich bis heute. „KZ RAVENSBRÜCK“ Bericht betroffener Frauen über ihre Versuche Opfer des Faschismus zu ehren   Zum zweiten Mal haben Frauen die Erfahrung machen müssen, daß es unmöglich zu sein scheint Opfer des Faschismus zu ehren. Am 10.03.1984 hatte der Arbeitskreis homosexuelle Selbsthilfe Berlin – Lesben in der Kirche – anläßlich des Frauentages eine Fahrt nach Ravensbrück angemeldet, und durch ein Rückschreiben auch genehmigt bekommen. Nach Besuch der … (unleserlich) waren dann der Kranz, den sie niedergelegt hatten, und ihre Eintragung im Besucherbuch entfernt worden. Auf ihre Eingabe hin wurde ihnen u.a. mitgeteilt, daß es jedem Bürger der DDR als Privatperson möglich wäre, Opfer des Faschismus zu …

Der Blog ist online

Willkommen liebe Leserinnen und Leser! Nachdem ich mich nun längere Zeit mit den Gedanken, diesen Blog zu eröffnen, getragen habe, ist es nun soweit. Ab heute ist er öffentlich erreichbar. Ich werde auf dieser Seite in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu den Bereichen Politik und Kultur veröffentlichen, meist etwas abseits meines Tagesgeschäfts als bündnisgrüner Kommunalpolitiker in Jena. Es soll Gelegenheit sein, dem einen oder anderen Gedanken etwas mehr nachzuhängen, Positionen etwas gründlicher darzustellen, aber auch weniger Bekanntes und trotzdem Anregendes mitzuteilen. Die Themen werden querbeet, manchmal auch alltäglich sein, der Stil mal ernst, mal ironisch, mal sarkastisch.

Strand mit Verschleierten

Nahöstliche Irritationen

„Mein Vater ist auch ein Märtyrer!“ ruft B. in den Raum. Wir stehen in seinem Elternhaus in Beit Jala und betrachten seine Bilder, seine Sicht auf die Menschen in Palästina. „Die Entscheidung“ heißt eines, eine nackte schwangere Frau zwischen zwei Männern. Er kann es nicht ausstellen, zu viele Tabus seiner Umgebung bricht es gleichzeitig. Wir sprechen über den Konservatismus der palästinensischen Gesellschaft, die Hoffnungslosigkeit der jungen Leute, die Zwiespältigkeit in seinem Land. Ich erwähne eine Begebenheit meines letzten Besuchs zur Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags von Jena und Beit Jala. Zu Beginn der Zeremonie erklangen die jeweiligen Hymnen, alle hatten sich im Rathaussaal von ihren Sitzen erhoben. Da sagte der Bürgermeister auf einmal, dass wir nun der Märtyrer gedenken. Uns sträubten sich die Gedanken im Kopf. Waren das nicht die Bombenbauer? Sollten wir jetzt Selbstmordattentätern Ehre erweisen? Hinsetzen ging nicht, ein zu großer Affront, Stehenbleiben aber auch nicht. Wir fühlten uns benutzt. Falsch – sagt B., Märtyrer seien alle Toten des Konfliktes. Sein Vater kam während der ersten Intifada eines Abends von der Arbeit nach Hause und …

Kunstgarten in Dorndorf

Noch bis zum 31. August ist der Kunstgarten in Dorndorf geöffnet. Gleich neben der Kirche auf dem Pfarrgrundstück können Skulpturen und Objekte u.a. von Andrea Freiberg, Anne Schwing, Gernot Ehrsam, Robert Krainhöfner und Tim Weigelt besehen werden. In der Kirche wird zeitgleich eine Fotoausstellung von Hella Knipper gezeigt. Ergänzt wird der Kunstgarten durch ein Begleitprogramm: 16.8., 17:00 Orgelmusik und Vortrag, 17.8., 17:00 Uhr „Goethe trifft Bettine“, ein fiktives Gespräch des Klassikers mit Bettina von Arnim, 24.08. Volksliederjazz mit NyponSyskon, Andres Böhmer und Kay Kalytta. Man kann aber auch einfach still die wunderschöne Atmosphäre dieses Fleckchen Erde genießen …

Kulturpolitik in Jena – grüne Positionen zum Nachlesen

Im April 2014 hat die Mitgliederversammlung des bündnisgrünen Kreisverbandes ein Positionspapier zur Kulturpolitik verabschiedet: „Kultur ist Lebensäußerung einer Stadt. Sie zeigt die Kreativität der städtischen Gemeinschaft und ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion, sie bietet den einzelnen Bürger_innen Möglichkeit sich zu entfalten, Identität zu finden, sich anregen und befragen zu lassen, oder aber einfach nur zu entspannen. Kunst und Kultur schauen auch zurück – aber sie bauen Bestehendes immer wieder um, schaffen Neues, betreten fremdes, unbekanntes Terrain. Kultur ist ein sich ständig ändernder, aber für die Kommune unverzichtbarer Prozess, der der Menschen, dem Raum, der Zeit, dem Geld und dem Gespräch untereinander bedarf. Jena wäre nicht Jena, wenn es sich nicht dessen bewusst ist…“ Den vollständigen Text finden Sie hier.