Jahr: 2015

Kommunaler Flüchtlingsgipfel Jena 2016

Am 15. Januar 2016 zwischen 13:30 und 18:30 findet der Kommunale Flüchtlingsgipfel Jena statt, Ort ist das Volksbad. Nachdem Unterbringung das beherrschende Thema der letzten Monate gewesen war, geht es hier um die weitere Integration und welche Schritte dafür notwendig sind – also um langfristige Fragen, wie die Flüchtlinge hier in Jena eine Heimstatt bekommen können. Vorträge und Diskussionsrunden beziehen sich u.a. auf soziale und medizinische Leistungen, kulturelle Teilhabe und Bildungsfragen z.B. in Kitas und Schulen. Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Flüchtlingsfreundeskreise und Vertreter der Politik und Stadtverwaltung. Um Anmeldung wird gebeten: dez4@jena.de.

Offene Antwort auf den offenen Brief des Demokratischen Jugendringes vom 20.05.2013 zur Podiumsdiskussion über den Jugendförderplan

Jena, den 22.05.2015   Sehr geehrte Vorstandsmitglieder des Demokratischen Jugendringes, Ihr offener Brief bedarf einer öffentlichen Antwort. Ich schicke voraus: Da Ihr Brief auch an mich persönlich gerichtet war, werde ich auch persönlich antworten. Damit ist nicht jedes Detail vorher mit meiner Fraktion abgesprochen worden, sondern gibt meine eigene Meinung wieder. 1. Ich möchte zunächst mit einigen nüchternen Zahlen beginnen: – 2012, einem Jahr, in dem die jetzige Koalition auch schon in der Verantwortung stand, betrugen die Ausgaben für den Jugendförderplan 2,522 Mio. € (Rechnungsergebnis, d.H. tatsächlich geflossenes Geld). – Im Jahr 2013 stiegen die Ausgaben auf 2,805 Mio. € (Rechnungsergebnis). – 2014 wurde derselbe Betrag ausgegeben, konkret 2,803 Mio. € (wieder Rechnungsergebnis) Für das laufende Jahr 2015 steht im Haushaltsplan ein wiederum etwas höherer Betrag bereit: 2,862 Mio. €. – Für das kommende Jahr 2016 wurde im letzten Dezember mit Beschluss des Doppelhaushalts 2015/16 nach langen, schweren, aber leider notwendigen Haushaltsverhandlungen (dazu komme ich später nochmal) der Betrag für den Jugendförderplan auf 2,650 Mio. € reduziert. In der Folgezeit hat sich gezeigt, dass dies …

Der Soundtrack der Wüste – oder Gewehre zu Gitarren

Die kleine Reihe zu Musik aus Nordafrika und den Nahen Osten setze ich mit den Bands Tinariwen und Tamikrest und einer Filmempfehlung fort. Tinariwen bedeutet Wüste, leerer Ort – eine Beschreibung des Lebensumfelds im Süden Algeriens und dem Norden Malis, woher die Musiker stammen. Weite, Ausgeliefert- und Einssein mit einer Landschaft, die man endlos durchfährt wie im Video. In Originalschrift liest sich der Bandname so: +|O:|. Es ist Tamaschek, die Sprache der Tuaregs, zu denen die Band um den Frontmann Ibrahim Ag Alhabib gehören.

Astel – ein Nachtrag

Sommer 1998. Ich sitze in Arnstadt in der Eisdiele am Stadtpark, Erinnerungen an meine Kindheit in dieser kleinen Stadt nachhängend. Der Gastraum ist voll. Ein altes Paar kommt an mein Tisch, beide im Sonntagsstaat, er blind. Ob noch Plätze frei wären, werde ich gefragt, und ich bejahe. Ein kleines Gespräch beginnt, während wir unser Eis schlürfen. Anfangs eine leichte, unverbindliche Sonntagsunterhaltung, dann auf einmal ganz ernst. Ich weiß heute nicht mehr, wie wir auf dieses Thema gekommen sind… Mein Tischnachbar war Sozialdemokrat. Nach dem Novemberprogrom 1938 wird auch er verhaftet, in Arnstadt werden gleich mehrere bei den Nazis als politisch unzuverlässig geltenden Personen zusammen mit Juden weggeschafft. Er selbst kommt nach Buchenwald. Kurze Zeit nach der Inhaftierung wird er mit ca. 20 anderen KZ-Insassen auf einen LKW verladen und nach Weimar gefahren. In einem leeren Raum müssen sie in einem Kreis Aufstellung nehmen. Dann betritt ein Mann den Raum und stellt sich in ihre Mitte. Auf sein Geheiß müssen sie die Schuhe ausziehen, und dann beginnen sie, im Kreis zu laufen. Der Mann macht sich …

Zuhören – Anuar Brahem

Noch ein paar Sekunden innehalten. Noch schwingen die sanften Töne. Noch ist der Gedanke irgendwo zwischen Mittelmeer und Wüste beheimatet. Noch schwebt das Gefühl in freundlicher Wehmut. Ich werde auf meinem Blog eine kleine Serie beginnen, die Musiker mit Wurzeln in Nordafrika und dem Nahen Osten vorstellen soll. Mancher mag den einen oder anderen Namen gehört haben, vielleicht auch ihre Musik kennen. Im Zentrum der musikalischen Wahrnehmung standen sie jedoch zumindest in meinem Freundeskreis mit wenigen Ausnahmen nicht.  Eine kleine Anregung in einer bewegten Zeit von Flucht, Mord und Hass, gar nicht einmal als politisches Statement – oder vielleicht gerade doch. Vielleicht sollten wir ihnen einfach zu hören, sich von ihnen beschenken lassen, ihre eigene Tiefe, Melancholie und Heiterkeit ergründen. Vielleicht entsteht eine Neugier auf Unbekanntes, das noch nicht von  Nachrichten und Vorurteilen festgeschrieben ist. Beginnen möchte ich mit Anouar Brahem, der schon lange in der arabisch-französischen Jazzszene etabliert ist, auch wenn er für sich selbst dieses Label eher nicht verwendet.

Revolution in Leipzig

Nicht in unserem Namen?

Im letzten Jahr hat sich die bundesrepublikanische Friedensbewegung in der Ukrainekrise zu Wort gemeldet. Höhepunkte war wohl die Demonstration vor dem Bundespräsidentenamt gemeinsam mit neuen Verbündeten aus den Reihen der neurechten Montagsmahnwachen. Zeitgleich haben viele bekannte Namen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien auch jenseits des klassischen Bewegungsklientels den Aufruf „Nicht in unserem Namen“ verfasst und unterzeichnet haben, die die westliche Politik in der Sache kritisiert (hier nachzulesen). Dies beschäftigt jemanden wie mich, der in der unabhängigen kirchlichen Friedensbewegung der DDR aktiv war, sehr. Statt eines eigenen Beitrages dokumentiere ich jedoch einen Leserbrief von Michael Kleim aus Gera an die TAZ zum genannten Aufruf. Er kann – in aller Kürze – wohl meine Position mit am besten wiedergeben: