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Der Soundtrack der Wüste – oder Gewehre zu Gitarren

Die kleine Reihe zu Musik aus Nordafrika und den Nahen Osten setze ich mit den Bands Tinariwen und Tamikrest und einer Filmempfehlung fort. Tinariwen bedeutet Wüste, leerer Ort – eine Beschreibung des Lebensumfelds im Süden Algeriens und dem Norden Malis, woher die Musiker stammen. Weite, Ausgeliefert- und Einssein mit einer Landschaft, die man endlos durchfährt wie im Video. In Originalschrift liest sich der Bandname so: +|O:|. Es ist Tamaschek, die Sprache der Tuaregs, zu denen die Band um den Frontmann Ibrahim Ag Alhabib gehören.

Zuhören – Anuar Brahem

Noch ein paar Sekunden innehalten. Noch schwingen die sanften Töne. Noch ist der Gedanke irgendwo zwischen Mittelmeer und Wüste beheimatet. Noch schwebt das Gefühl in freundlicher Wehmut. Ich werde auf meinem Blog eine kleine Serie beginnen, die Musiker mit Wurzeln in Nordafrika und dem Nahen Osten vorstellen soll. Mancher mag den einen oder anderen Namen gehört haben, vielleicht auch ihre Musik kennen. Im Zentrum der musikalischen Wahrnehmung standen sie jedoch zumindest in meinem Freundeskreis mit wenigen Ausnahmen nicht.  Eine kleine Anregung in einer bewegten Zeit von Flucht, Mord und Hass, gar nicht einmal als politisches Statement – oder vielleicht gerade doch. Vielleicht sollten wir ihnen einfach zu hören, sich von ihnen beschenken lassen, ihre eigene Tiefe, Melancholie und Heiterkeit ergründen. Vielleicht entsteht eine Neugier auf Unbekanntes, das noch nicht von  Nachrichten und Vorurteilen festgeschrieben ist. Beginnen möchte ich mit Anouar Brahem, der schon lange in der arabisch-französischen Jazzszene etabliert ist, auch wenn er für sich selbst dieses Label eher nicht verwendet.