Alle Artikel in: Politik

Offene Antwort auf den offenen Brief des Demokratischen Jugendringes vom 20.05.2013 zur Podiumsdiskussion über den Jugendförderplan

Jena, den 22.05.2015   Sehr geehrte Vorstandsmitglieder des Demokratischen Jugendringes, Ihr offener Brief bedarf einer öffentlichen Antwort. Ich schicke voraus: Da Ihr Brief auch an mich persönlich gerichtet war, werde ich auch persönlich antworten. Damit ist nicht jedes Detail vorher mit meiner Fraktion abgesprochen worden, sondern gibt meine eigene Meinung wieder. 1. Ich möchte zunächst mit einigen nüchternen Zahlen beginnen: – 2012, einem Jahr, in dem die jetzige Koalition auch schon in der Verantwortung stand, betrugen die Ausgaben für den Jugendförderplan 2,522 Mio. € (Rechnungsergebnis, d.H. tatsächlich geflossenes Geld). – Im Jahr 2013 stiegen die Ausgaben auf 2,805 Mio. € (Rechnungsergebnis). – 2014 wurde derselbe Betrag ausgegeben, konkret 2,803 Mio. € (wieder Rechnungsergebnis) Für das laufende Jahr 2015 steht im Haushaltsplan ein wiederum etwas höherer Betrag bereit: 2,862 Mio. €. – Für das kommende Jahr 2016 wurde im letzten Dezember mit Beschluss des Doppelhaushalts 2015/16 nach langen, schweren, aber leider notwendigen Haushaltsverhandlungen (dazu komme ich später nochmal) der Betrag für den Jugendförderplan auf 2,650 Mio. € reduziert. In der Folgezeit hat sich gezeigt, dass dies …

Revolution in Leipzig

Nicht in unserem Namen?

Im letzten Jahr hat sich die bundesrepublikanische Friedensbewegung in der Ukrainekrise zu Wort gemeldet. Höhepunkte war wohl die Demonstration vor dem Bundespräsidentenamt gemeinsam mit neuen Verbündeten aus den Reihen der neurechten Montagsmahnwachen. Zeitgleich haben viele bekannte Namen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien auch jenseits des klassischen Bewegungsklientels den Aufruf „Nicht in unserem Namen“ verfasst und unterzeichnet haben, die die westliche Politik in der Sache kritisiert (hier nachzulesen). Dies beschäftigt jemanden wie mich, der in der unabhängigen kirchlichen Friedensbewegung der DDR aktiv war, sehr. Statt eines eigenen Beitrages dokumentiere ich jedoch einen Leserbrief von Michael Kleim aus Gera an die TAZ zum genannten Aufruf. Er kann – in aller Kürze – wohl meine Position mit am besten wiedergeben:

Bericht von Michel Reimon über die Hilfsflüge zu den Jesiden

In unserer schnelllebigen Zeit und dem Hetzen nach immer neuen Nachrichten aus den Krisengebieten bleiben wichtige Berichte oft nicht lange im Focus. Nachfolgender Bericht des grünen EU-Abgeordneten Michel Reimon (Österreich) gehört m.E. zu denjenigen, die uns lange im Gedächtnis bleiben sollten. Gerade solche authentischen Bildern sind notwendig, um uns zu informieren und um Entscheidungen vorzubereiten. Danke an Michel Reimon dafür.

Strand mit Verschleierten

Nahöstliche Irritationen

„Mein Vater ist auch ein Märtyrer!“ ruft B. in den Raum. Wir stehen in seinem Elternhaus in Beit Jala und betrachten seine Bilder, seine Sicht auf die Menschen in Palästina. „Die Entscheidung“ heißt eines, eine nackte schwangere Frau zwischen zwei Männern. Er kann es nicht ausstellen, zu viele Tabus seiner Umgebung bricht es gleichzeitig. Wir sprechen über den Konservatismus der palästinensischen Gesellschaft, die Hoffnungslosigkeit der jungen Leute, die Zwiespältigkeit in seinem Land. Ich erwähne eine Begebenheit meines letzten Besuchs zur Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags von Jena und Beit Jala. Zu Beginn der Zeremonie erklangen die jeweiligen Hymnen, alle hatten sich im Rathaussaal von ihren Sitzen erhoben. Da sagte der Bürgermeister auf einmal, dass wir nun der Märtyrer gedenken. Uns sträubten sich die Gedanken im Kopf. Waren das nicht die Bombenbauer? Sollten wir jetzt Selbstmordattentätern Ehre erweisen? Hinsetzen ging nicht, ein zu großer Affront, Stehenbleiben aber auch nicht. Wir fühlten uns benutzt. Falsch – sagt B., Märtyrer seien alle Toten des Konfliktes. Sein Vater kam während der ersten Intifada eines Abends von der Arbeit nach Hause und …

Kulturpolitik in Jena – grüne Positionen zum Nachlesen

Im April 2014 hat die Mitgliederversammlung des bündnisgrünen Kreisverbandes ein Positionspapier zur Kulturpolitik verabschiedet: „Kultur ist Lebensäußerung einer Stadt. Sie zeigt die Kreativität der städtischen Gemeinschaft und ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion, sie bietet den einzelnen Bürger_innen Möglichkeit sich zu entfalten, Identität zu finden, sich anregen und befragen zu lassen, oder aber einfach nur zu entspannen. Kunst und Kultur schauen auch zurück – aber sie bauen Bestehendes immer wieder um, schaffen Neues, betreten fremdes, unbekanntes Terrain. Kultur ist ein sich ständig ändernder, aber für die Kommune unverzichtbarer Prozess, der der Menschen, dem Raum, der Zeit, dem Geld und dem Gespräch untereinander bedarf. Jena wäre nicht Jena, wenn es sich nicht dessen bewusst ist…“ Den vollständigen Text finden Sie hier.

Grüne Soße

Das Geheimnis einer guten grünen Soße liegt in den Sardellenfilets, zumindest bei der italienischen Variante. Erst dadurch bekommt sie jene pikante, würzige Note, ohne nach Fisch selbst zu schmecken. Mit in Lake eingelegten Sardellenfilets zu würzen, geht wohl auf die Römer zurück. Von ihnen ist ein liquamen genanntes Gebräu überliefert, das entstand, indem man Fisch inklusive der Eingeweide mit einer Salzlauge vermischte und dieses Gemisch dann mehrere Monate in der Sonne „reifen“ ließ. Der Sud war ein Standardgewürz zu damaligen Zeit. Die Grundzutaten der Soße sind möglichst viel glatte Petersilie, gutes Olivenöl und frisches Eigelb, das selbige wahlweise gekocht oder roh (das rohe Eigelb macht die Konsistenz der Soße feiner, aber sie dann auch leichter verderblich). Weitere Zugaben sind Kapern, Knoblauch, besagte Sardellenfilets (in Salz eingelegt, dadurch muss man kaum nachwürzen) und ein kleiner Schuss Essig. Die einzelnen Mengenangaben erspare ich mir. Hier kann jeder nach seinem Gusto verfahren – mehr Ei macht die Soße weicher und leichter, Knoblauch ist sowieso Geschmackssache und die Menge an Kapern und Sardellen lässt das Gaumenerlebnis intensiver werden oder …