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„Ins Arbeitslager!“ – ein Bericht über eine verhinderte Opferehrung im KZ Ravensbrück 1985

Die DDR gilt für viele bis heute als ein konsequent antifaschistischer Staat. Dass dies nur eine einseitige, selektive Sicht ist, haben Menschen, die zu dieser Zeit unabhängig vorgegebener Muster Fragen nach der Vergangenheit stellen und Opfern des Faschismus gedenken wollten, schmerzlich erfahren müssen. Der nachfolgende Bericht von Frauen, die die lesbischen Gefangenen im KZ Ravensbrück ehren wollten, hat mich damals sehr bewegt, den Mut der Frauen bewundere ich bis heute. „KZ RAVENSBRÜCK“ Bericht betroffener Frauen über ihre Versuche Opfer des Faschismus zu ehren   Zum zweiten Mal haben Frauen die Erfahrung machen müssen, daß es unmöglich zu sein scheint Opfer des Faschismus zu ehren. Am 10.03.1984 hatte der Arbeitskreis homosexuelle Selbsthilfe Berlin – Lesben in der Kirche – anläßlich des Frauentages eine Fahrt nach Ravensbrück angemeldet, und durch ein Rückschreiben auch genehmigt bekommen. Nach Besuch der … (unleserlich) waren dann der Kranz, den sie niedergelegt hatten, und ihre Eintragung im Besucherbuch entfernt worden. Auf ihre Eingabe hin wurde ihnen u.a. mitgeteilt, daß es jedem Bürger der DDR als Privatperson möglich wäre, Opfer des Faschismus zu …