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Strand mit Verschleierten

Nahöstliche Irritationen

„Mein Vater ist auch ein Märtyrer!“ ruft B. in den Raum. Wir stehen in seinem Elternhaus in Beit Jala und betrachten seine Bilder, seine Sicht auf die Menschen in Palästina. „Die Entscheidung“ heißt eines, eine nackte schwangere Frau zwischen zwei Männern. Er kann es nicht ausstellen, zu viele Tabus seiner Umgebung bricht es gleichzeitig. Wir sprechen über den Konservatismus der palästinensischen Gesellschaft, die Hoffnungslosigkeit der jungen Leute, die Zwiespältigkeit in seinem Land. Ich erwähne eine Begebenheit meines letzten Besuchs zur Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags von Jena und Beit Jala. Zu Beginn der Zeremonie erklangen die jeweiligen Hymnen, alle hatten sich im Rathaussaal von ihren Sitzen erhoben. Da sagte der Bürgermeister auf einmal, dass wir nun der Märtyrer gedenken. Uns sträubten sich die Gedanken im Kopf. Waren das nicht die Bombenbauer? Sollten wir jetzt Selbstmordattentätern Ehre erweisen? Hinsetzen ging nicht, ein zu großer Affront, Stehenbleiben aber auch nicht. Wir fühlten uns benutzt. Falsch – sagt B., Märtyrer seien alle Toten des Konfliktes. Sein Vater kam während der ersten Intifada eines Abends von der Arbeit nach Hause und …